Kennzahlen

Dem Einkaufscontrolling stehen zur Analyse der Beschaffungs-Effizienz eine Vielzahl an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zur Verfügung.

Zur Bewertung der Qualität von Lieferanten können beispielsweise die Quoten der Termintreue, des Verzugs und der Reklamationen berechnet werden.

Die Termintreue wird aus der Division von der Zahl der rechtzeitigen Lieferungen durch die Gesamtzahl der Lieferungen errechnet. Das dazugehörige Gegenstück, die Verzugsquote, berechnet man dementsprechend aus der Zahl der verspäteten Lieferungen dividert durch die Gesamtzahl der Lieferungen. Die Reklamationsquote ergibt sich aus der Zahl der reklamierten Lieferungen dividiert durch die Gesamtzahl der Lieferungen. Diese drei Quoten helfen bei der Beurteilung von Lieferanten und ermöglichen somit das gezielte Ansprechen von Problemfällen oder bieten gar eine Entscheidungshilfe für die Beendigung von Geschäftsbeziehungen zu besonders unzuverlässigen Lieferern.

Zur Analyse von Beschaffungskosten ermittelt man oftmals die Kostenquote, die Kosten je Bestellung und die Kosten je Einkäufer.

Die Kostenquote zeigt den Anteil der Beschaffungskosten am Gesamtvolumen auf und wird dementsprechend über die Formel Beschaffungskosten dividiert durch Gesamtkosten berechnet. Die Kosten je Bestellung ist ein Durchschnittswert pro Bestellvorgang. Er wird wird mittels Beschaffungskosten geteilt durch die Anzahl der Bestellungen errechnet. Die Kosten je Einkäufer zeigt die durchschnittliche Höhe der Einkaufskosten pro Einkaufssachbearbeiter auf. Die Ermittlung erfolgt über die Formel Beschaffungsgesamtkosten dividiert durch die Anzahl der Einkäufer.

Die Analyse der Warenbestände erfolgt über eine Vielzahl von Kennzahlen. Die meiste Relevanz in diesem Bereich besitzen der eiserne Bestand und der Meldebestand.

Der eiserne Bestand ist ein Mindestbestand, d.h. diese festgelegte Menge muss zur Überbrückung von möglichen, nicht vorhersehbaren Engpässen immer im Lager sein. Die Höhe dieser Menge muss anhand von sinnvoller kaufmännischer Betrachtung festgelegt werden.

Wird der Meldebestand eines Gutes im Lager erreicht, so muss dieses Gut neu bestellt werden, um Engpässe zu vermeiden und die Fertigung auch in Zukunft aufrecht erhalten zu können. Der Meldebestand muss so festgelegt werden, dass unter Berücksichtung von Lieferzeit und Verbrauch bis zum Eintreffen der neu bestellten Ware die Produktion weiterlaufen kann. Gleichzeitig sollte der eiserne Bestand nicht angegriffen werden müssen. Der Meldebestand kann mathematisch über die Formel Tagesverbrauch multipliziert mit der Lieferzeit plus eiserner Bestand berechnet werden.

Weitere Kennzahlen, die für das Controlling von besonderem Interesse sind, wären die Lagerumschlagshäufigkeit und der Lagerzinssatz. Während die Lagerumschlagshäufigkeit anzeigt, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand im Jahr umgeschlagen wurde, wird der Lagerzins zur ermittlung der kalkulatorischen Zinsen für das gebundene Kapital in den Vorräten benötigt. Die Formel für die Umschlagshäufigkeit lautet Jahresmaterialeinsatz dividiert durch den duchschnittlichen Lagerbestand. Der Lagerzins wird anhand eines bankenüblichen Jahreszinssatzes ermittelt, der durch die Umschlagshäufigkeit geteilt wird.

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